Comic Con Austria @ Design Center Linz

Ich war bei der diesjährigen Comic Con Austria im Design Center Linz und dachte mir ich verfasse ein kurzes Fazit für die Geeks unter euch 🙂

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Darth Vader überträgt die Macht auf meinen Bauchzwerg 🙂

Eigentlich wollte ich diesen Bericht ja schon am Wochenende schreiben, doch dann hat es mich doch erwischt und ich lag mit einer Erkältung im Bett.

Die Comic Con kam nun auch nach Oberösterreich und ich war zum ersten Mal mit dabei! In einer der modernsten und zweckmäßigsten Locations Österreichs, fand vom 19.-20. März 2016 die erste Comic Con Austria statt. Im Programm ließ sich viel Interessantes finden wie zum Beispiel viele Comic Zeichner und Künstler, Verkaufsstände, Cosplay Workshops und Bewerb, einem Star Wars Fanclub, Brettspiele, Stargäste und vieles mehr.

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Eva mit Dead Pool 🙂

Wir waren nur am Vormittag des Samstags vor Ort, somit fällt mein Bericht eher knapp aus. Über die Workshops etc kann ich nicht viel sagen, da die Zeit keine Teilnahme in einem dieser zuließ – leider.

Also zu den Punkten die ich trotz des eher kurzen Besuchs bewerten kann:

Mein Gesamteindruck der Comic Con

Grundsätzlich wirkte die Comic Con als gut durchdachtes Event mit vielen verschiedenen Attraktionen, doch schon bei unserer Ankunft im Design Center stand eines fest: Die Organisation des Eingangs war definitiv nix. Wir dachten uns um nicht lange anstehen zu müssen wir kaufen die Tickets online im Vorverkauf. Guter Plan – aber denkste! Weit gefehlt! Es wäre besser gewesen keine Tickets im Vorverkauf zu kaufen, denn die Schlange war ewig! Wir standen eine geschlagene dreiviertel Stunde an um unsere Vorverkaufstickets herzuzeigen und ein Eintrittsband zu bekommen. Worum die Schlange für die Tageskasse kaum vorhanden war. Hätten wir also gewusst, dass wir uns für nur einen Euro mehr eine dreiviertel Stunde Wartezeit ersparen würden, hätten wir die Tickets bestimmt erst dort gekauft!

Hätten die Veranstalter mehrere Kassen geöffnet, und den Raum dafür besser aufgeteilt, so hätte man diese Wartezeit vermutlich um einiges verkürzen können.

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Die besagte Schlange

Auch die Aufteilung in der Halle war meines Erachtens nicht optimal. Durch die nicht räumliche Trennung, also nach oben hin alles offen und nur durch Banner und dergleichen getrennte „Kojen“ verlor sich alles ein bisschen. Der Lärm der vielen Besucher nahm überhand. Auch die Platzaufteilung war zu eng. Überall bildeten sich „Staus“ und man kam fast nur mehr in einer zombieartigen Schlurfbewegung vorwärts. Dadurch wurde es aber auch fast unmöglich in Ruhe die einzelnen Kojen, mit Verkaufs und Messeständen, sowie der ausstellenden Künstler zu besuchen. Man war im Zombieschlurfstrom gefangen und war mehr oder weniger gezwungen seinen Weg weiter schlurfend fortzusetzen. Die Menschenmengen wirkten nochmal mehr da es keinerlei räumliche Unterteilungen gab, durch ordentliche Trennwände. Da sage ich: Mal lieber ein paar Euros mehr investieren und ordentliche hohe Trennwände aufzustellen und mehr Platz für die einzelnen Kojen bzw. die Wege dazwischen bereitzustellen.

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Star Wars Fanclub

Was ich sehr gut fand war, dass es ein Café Ecke gab mit Tischen und Stühlen, richtigen Lounges um zwischendurch auch mal ein bisschen verschnaufen zu können. Leider war diese gemütliche Ecke wohl zu klein, da man keinen freien Tisch ergattern konnte. So waren wir gezwungen ins Restaurant außerhalb zu gehen, was sich allerding dann als großer Vorteil herausstellte, da dieses fast leer war und wir etwas später dort dann auch noch den Stargast Tom Wlaschiha alias Jaqen H’ghar aus der Serie Game of Thrones höchstpersönlich trafen und dieses gelungene Foto machen konnten 🙂

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Eva im Glück mit Tom Wlaschiha

Auch das Essensangebot war durch Zwei Verkaufsstände mit warmen und kalten Speisen sowie Getränken gegeben! Ein großes Plus dafür!

Was ich persönlich mir von den Veranstaltern eventuell wünschen würde, wäre auch ein Rahmenprogramm für Kinder oder zumindest kinderfreundliche Verkaufstische. Comics begeistern Groß und Klein, und ich denke da man auch einige Kinder dort gesehen hat, dass es auch genug begeisterte Eltern gibt die dieses Event gerne als Familie mit ihren Kindern besuchen würden, wenn es ein bisschen mehr Möglichkeiten für Kinder gäbe, allgemein das Event kinderfreundlicher wäre.

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Mein Gesamtfazit lautet also:

Sehr cool fand ich:

  • Die ausgestellten Fahrzeuge
  • Cosplay Bewerb und die Tatsache, dass viele verkleidet kamen
  • Die Verpflegung
  • Die Stände der Künstler
  • Game of Thrones Cast: Tom Wlaschiha
  • Die Besucher der Comic Con
  • Fotobox und 3D Drucker an einem der Stände
  • günstiger Eintritt
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Delorean aus Zurück in die Zukunft

Nicht so toll fand ich:

  • Wenig Familienfreundlich – nicht wirklich für Kinder geeignet
  • Kein Game of Thrones Fanclub oder Merchandise-Tisch obwohl sogar ein Schauspieler der Serie der Stargast war
  • Die Organisation der Kassen – lange Wartezeit
  • Aufteilung der Halle
  • Keine oder zu niedrige Trennwände der Kojen
  • Zuwenig Sitzmöglichkeiten
  • Keine hochkarätigen Stargäste bis auf Tom Wlaschiha
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Das Batmobil und Batman ohne Kopf im Hintergrund 🙂
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Was bedeutet eigentlich dieser Blogname?

Warum heißt mein Blog ‚D-day mal anders‘?

Ich hab mir in letzter Zeit meinen Blog genauer angesehen, weil ich damit ja „umziehen“ möchte sozusagen. (ist alles noch in Arbeit aber hoffentlich schaffen wir es bald!) Und dabei hab ich mir so gedacht das der Name meines Blogs gerade für die neuen Leser vielleicht verwirrend ist.

Natürlich findet ihr in dem Menü meines Blogs auch den Eintrag „D-Day mal anders?“, wo ihr einen Bericht über unseren D-Day – also den Tag unserer Diagnose – nachlesen könnt.Aber darin steht nicht warum dieser Tag so besonders war das ich meinen Blog danach benannte, und das möchte ich euch heute gerne erzählen.

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Haylie als kleine Ballerina foto by Afra Hämmerle-Loidl

D-Day steht im militärischen für Doomsday und bezeichnet einen Tag an dem zum Beispiel ein Angriff geplant ist, also möglicherweise auch der Beginn eines Krieges. Für uns hat D-Day aber eine andere Bedeutung.

Für uns ist der Begriff D-Day nicht die Abkürzung für Doomsday, sondern für Diagnosis Day, also Tag der Diagnose.

Von seiner Bedeutung weicht er allerdings nicht ab von der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs D-Day. Auch für mich begann an diesem Tag ein Krieg. Ein grausamer, schmerzhafter Krieg dessen Ausgang leider von Anfang an feststand. Doch auch wenn ich schon damals mit Sicherheit wusste, dass es absolut aussichtslos ist, wir diesen Krieg niemals gewinnen können, wir nur den Schaden minimieren können, nicht mal das so richtig, hielt es uns nicht davon ab zu kämpfen.

Und mit diesem Entschluss zu kämpfen, mit dieser Entscheidung die wir an diesem Tag getroffen haben, hat sich unser Leben vollkommen verändert.

Nicht nur die Diagnose hat unser Leben von Grund auf geändert, wie sie es bestimmt bei jedem macht, nein auch die bewusste Entscheidung die wir an diesem Tag trafen.

Wir entschieden uns zu kämpfen, komme was wolle. Wir entschieden uns zu lernen wie wir am besten für unser Kind sorgen können, zu verstehen wie die Krankheit funktioniert und wir entschieden uns dieser Krankheit gehörig in den Allerwertesten zu treten. Wir entschieden uns für das Leben, dafür es auszukosten an jedem Tag. Wir entschieden uns für Freude und dafür die Trauer hinter uns zu lassen.

Ein neues Leben begann an diesem Tag.

Und so schlimm dieses Leben auch manchmal sein mag, so inspirierend ist es auf der anderen Seite. Es hat mich verändert – von Grund auf.

Es machte aus mir eine empathischere, stärkere, fürsorglichere Version meiner selbst. Es öffnete meine Augen, mein Herz, meine Einstellung, einfach alles!

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Haylie mit 18 Monaten. foto by Afra Hämmerle-Loidl

Es machte einen besseren Menschen aus mir, auch wenn das jetzt komplett abgedroschen oder kitschig klingt. Es ist nun mal die Wahrheit.

Meine Prioritäten haben sich komplett verändert, meine Ziele haben sich komplett verändert. Mein gesamter Lebensplan im Grunde.

Durch diese Diagnose oder vielmehr durch dieses Kind, meine wunderbare kleine Tochter, habe ich so unendlich viel gelernt. In keiner Schule und keinem Studium hätte ich so viel lernen können. Und damit meine ich jetzt nicht nur fachliche Kenntnisse der Pflege zum Beispiel, sondern auch Lebenserfahrung. Gefühl. Empathie. Kampfgeist. Kreativität. Organisationstalent. Und noch hundert andere Dinge.

Unser D-Day – Haylies Diagnose, hat mir erst richtig gelehrt was Liebe ist. Und diese Liebe ist so alles verzehrend, so unglaublich, wie sonst nichts auf dieser Welt.

Natürlich habe ich meine Tochter auch schon vor der Diagnose unheimlich geliebt, vom ersten Mal als ich sie am Ultraschall sah, gehörte ihr mein Herz, das hat sich nie geändert. Sie war und wird immer die große Liebe meines Lebens sein, mein Fleisch und Blut. Mein Kind.

Aber mit der Diagnose war sie nicht mehr nur mein Kind. Sie wurde zu einem Engel der nur eine begrenzte Zeit auf Erden sein darf, sie wurde in jeglicher Hinsicht noch besonderer. Sie bekam magische Kräfte mit ihrer Diagnose. Sie verzauberte von da an hunderte oder tausende Menschen, öffnete ihre Herzen, zeigte ihnen was wirklich wichtig ist im Leben. Sie veränderte die Menschen um sich und alle die auf irgendeine Weise mit ihr in Kontakt kamen. Sie gab und gibt der Welt so viel Liebe, wie es kein anderes Kind könnte.

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Haylie mein Engel. 18 Monte. foto by Afra Hämmerle-Loidl

Und auch meine Liebe wurde noch intensiver, noch besonderer. Ich liebte mein Kind nicht mehr nur, ich bewunderte sie. Sie inspiriert mich jeden Tag. Sie macht mich jeden Tag stolz. Sie lehrt mir was Kampfgeist ist und wie wertvoll das Leben ist, auch ein Leben im ewigen Kampf und mit viel Leid und vielen Schmerzen. Sie beweist jeden einzelnen Tag, dass das Leben es wert ist, all das in Kauf zu nehmen. Dass sie der Welt noch etwas zu geben hat. Ihr noch mehr Liebe und Frieden zu schenken. Sie noch schöner zu machen.

Unser D-Day war der schlimmste Tag in meinem bisherigen Leben aber er hat auch aus oben genannten Gründen eine besondere Bedeutung für mich. Weil er mir auch viel „Gutes“ gebracht hat. Es ist fast wie ein zweiter Geburtstag, denn an diesem Tag begann mein wahres Leben, meine wahre Bestimmung.

Und darum war er es auch wert meinen Blog danach zu benennen! 🙂

DIY: Malen mit besonderem Kind

Nach langer Zeit wollte ich heute mal wieder ein bisschen mit Haylie malen, und hab mir gedacht ich mach euch dazu ein paar Bilder, damit ihr sehen könnt wie diese Kunstwerke eigentlich entstehen!

Und damit ihr auch selber solche Kunstwerke mit euren besonderen Kindern machen könnt auch ein kleines Do it yourself!

Was brauchst du also:

  • eine kleine Leinwand
  • Acrylfarben deiner Wahl
  • Palette oder Stück Karton für die Farbe
  • alte Badetücher oder ähnliches zum abdecken
  • Feuchttücher oder nassen Waschlappen zum Säubern der Hände

Haylie darf immer in einer sitzenden Position malen, da sie ihre Arme da am besten „selbstständig“ bewegen kann. Sie sitzt also in ihrer Sitzschale (die leider schon fast zu klein wird) ihre Haare sind zurückgebunden damit keine Farbe reinkommt und mit Stoffwindeln und Badetüchern gut abgedeckt.

Die Leinwand lege ich ihr fürs malen einfach auf den Schoß.

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Als nächstes darf sie ihre Hand schön tief in Farbe eintauchen. Ich habe für die Farbe keine Palette benutzt, sondern einfach einen alten Plastikdeckel. Die erste Farbe die wir genommen haben, habe ich ein bisschen mit Wasser verdünnt.

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Die zweite Hand wird auch noch eingetaucht und dann lege ich ihr beide Hände zentral auf die weiße Leinwand. Sie zieht sie dann automatisch zu sich hin oder nach außen. So entstehen tolle Muster!

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Dann kann an noch mehrere Farben dazu geben, wenn man möchte, und die Leinwand gerne auch mal drehen damit sie mehr Farbe abbekommt.

Für den Feinschliff hat ihr Stefan heute ein bisschen geholfen, und mit ihren kleinen Fingern noch ein paar zusätzliche Abdrücke und Muster eingebaut.

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Dann die Leinwand auf eine Zeitung oder einen anderen Untergrund legen der auch schmutzig werden darf, (für den Fall das was daneben ging) und trocknen lassen.

In der Zwischenzeit – gleich nach fertigstellen des Kunstwerkes – die Hände sofort mit Hilfe der Feuchttücher sauber machen!

Und hier das fertige Kunstwerk:

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Ich finde es sieht ein bisschen aus wie eine Eule oder ein fliegender Vogel 🙂

ACHTUNG: Acrylfarbe lässt sich aus Kleidung nicht mehr herauswaschen!! Also alles gut abdecken und anschließend gleich sauber machen!

Viel Spaß beim Malen! 🙂

#fragmama: (Un)nötige Tests in der Schwangerschaft?

Mein Schwangerschaftstagebuch Eintrag #drei

Ich bin ab heute in der 18. Schwangerschaftswoche! Mein Baby ist nun so groß wie eine Orange laut der App „Schwangerschaft+“ und wiegt bereits fast 160gr! Ab und an kann ich schon ganz leichte streichelartige Bewegungen an der Innenseite des Bauchs spüren, und das dehnen der Mutterbänder plagt mich auch bereits fast täglich. Schon langsam gewöhne ich mich an das schwanger sein – auch wenn ich es an manchen Tagen immer noch nicht so wirklich fassen kann.

Und es gibt Neuigkeiten! Gute Neuigkeiten 🙂 Wir haben die Ergebnisse des Carrier Screenings meines Lebensgefährten und auch der Combined Test wurde ausgewertet. Ich habe lange gewartet auf die Ergebnisse und war die ganze Zeit auch immer irgendwie in Angst vor den Ergebnissen.

Aber ich bin ja durch Haylies Krankheit „vorbelastet“ sozusagen.

Was aber wenn Haylie nicht krank wäre, und wir nicht vorbelastet wären. Hätte ich diese Tests auch dann machen lassen?

Wie sinnvoll sind diese Test in der Schwangerschaft? Sind sie manchmal vielleicht sogar kontraproduktiv und verängstigen die Schwangere noch mehr oder führen sie manchmal vielleicht sogar zu Entscheidungen die man ohne diese Tests nicht getroffen hätte?

Darüber habe ich mir heute Gedanken gemacht und habe meine Mama-Blogger Kolleginnen dazu befragt:

Es nehmen wie es kommt?

Kerstin von die Königin tanzt schrieb:

Bei unserem ersten Kind haben wir gar keine Tests machen lassen, nicht einmal das Organscreening. Ich dachte einfach, wie es auch kommt, so wird’s genommen. Sie kam pumperl gesund zur Welt und ich fühlte mich bestätigt. Beim zweiten Kind war ich aber mit viel mehr Ängsten geplagt. Hatte ich mich beim ersten einfach gar nicht damit beschäftigt – hatte ich inzwischen viele Geschichten gehört, aus dem näheren Umfeld und fand es ein unglaubliches Glück, dass ich ein gesundes Kind hatte. Meine Tochter ging in einen integrativen Kindergarten und die Schicksale einiger Kinder dort hatten mich nachdenklich gemacht. Ich war mir sicher mich würde das als Mutter völlig überfordern. Ich habe mich über sämtliche Tests informiert, meinen Frauenarzt ausgequetscht und war sicher alle Tests machen zu lassen. Als die Zeit gekommen war allerdings, haben wir uns trotzdem wieder dagegen entschieden. Nur das Organscreening ließen wir dieses Mal doch machen. Eine prozentuale Angabe, eine „Nullkommairgendwaszuhundert“-Wahrscheinlichkeit war uns einfach zu ungewiss, zu schwammig, um ein Risiko auf uns zu nehmen. Die meisten Pränatal-Tests bergen ja auch ein Risiko in der Durchführung. Die Ärzte waren alle sehr zurückhaltend, keiner hat mich je zu einer Untersuchung gedrängt. Ich wurde gut aufgeklärt, und die Ultraschallbefunde gaben alles preis was wir wirklich wissen wollten …

Lenchen von Familien Hotspot schrieb:

Ich habe in der Schwangerschaft nur das Organ-Screening gemacht. Ich dachte mir, dass egal ob gesund oder nicht gesund, ich meinen kleinen Zwerg bekommen werde!

Julia von Sinn Impuls schrieb:

Wir haben in der ersten Schwangerschaft nach langer Diskussion doch den Combined Test mit Nackenfaltenmessung gemacht, obwohl ich noch immer nicht sicher bin welche Konsequenz eine Wahrscheinlichkeit wirklich mit sich bringen sollte. Klar 1:300 klingt gefährlicher als 1:10000, aber in beiden Fällen ist das Kind zu über 99% gesund. Beim zweiten Kind habe ich deswegen den Combined Test mit Nackenfaltenmessung nicht mehr gemacht. Ich habe mir die Frage gestellt ob ich dann auch wirklich abgetrieben hätte bei „negativem“ Ausgang aller Folgeuntersuchungen oder ob ich mich nicht dann sowieso für dieses Leben entschieden hätte. Zweiteres ist der Fall, deswegen wozu soll ich es wissen, wenn es keinen Unterschied macht? Das Organscreening haben wir auch beim zweiten Kind gemacht, weil sich aus dieser Untersuchung Risiken zeigen können, die vielleicht eine natürliche Geburt verhindern oder eben andere pränatale Eingriffe notwendig machen. Ob ich ein wirklich gesundes Kind auf die Welt bringen werde erfahre ich wohl erst im Juni, bis dahin muss ich mich auf meine Intuition und mein Gefühl verlassen. Geliebt wird dieser Mensch jedenfalls schon seit Tag 1 und an dem wird auch keine Untersuchung etwas ändern. Alles Liebe Julia

Verena von mamirocks schrieb:

Ich habe gar nichts testen lassen. Ich bin sogar bei meiner ersten, der Einlings-Schwangerschaft, statt zum Frauenarzt oft in die Hebammenpraxis gegangen. Die hat mich den Herzschlag hören lassen und nach der Lage des Kindes getastet.
Bei den Zwillingen habe ich den großen Ultraschall mit so High-Tech-Geräten in einer speziellen Praxis machen lassen, sonst nichts. Ich würde alles wieder genauso machen! LG Verena

Viele verneinen also Tests wie die Nackenfaltenmessung, Organscreening oder den Combined Test weil man sein Kind so oder so lieben wird. Ich persönlich finde diese Einstellung gut, denn jedes Kind hat Liebe verdient und jedes Kind sollte so geliebt werden wie es ist. Und auch Kinder mit Down Syndrom oder anderen Behinderungen haben es verdient geliebt zu werden und ihr Leben ist ebenso lebenswert wie das eines gesunden Kindes!
In gewissen Situationen allerdings sind pränatale Untersuchungen sehr wohl wichtig, und können sogar ausschlaggebend für das Überleben des Kindes sein. Wenn also im normalen Ultraschall irgendwelche Auffälligkeiten gegeben sind, so finde ich, sollte man unbedingt auf den ärztlichen Rat hören und Tests machen lassen.
So oder so sollte man den Ärzten und auch den Ergebnissen von pränatalen Tests aber meiner Meinung nach immer auch kritisch gegenüberstehen. Der Meinung sind auch einige meiner Kolleginnen:

Warum Tests kritisch gegenüberstehen?

Birgit von Muttis Nähkästchen schrieb:

Ich habe bei beiden Kindern die Nackenfaltenmessung machen lassen – beim ersten Kind wurde es mir eingeredet und beim zweiten haben wir es gemacht, weil wir es eben beim ersten Kind auch gemacht haben. Ich hatte beide Male das Glück, dass das Ergebnis beruhigend war.
Ich finde es bedenklich, dass die Schwangerschaft zunehmend so dermaßen pathologisiert wird. Viele Eltern stürzt das in große Unsicherheiten. Außerdem kommt es auch zu vielen Fehldiagnosen. Wir dürfen nicht vergessen, dass bei solchen Ergebnissen immer nur statistische Wahrscheinlichkeiten zur Anwendung kommen – endgültige Sicherheit gibt es nicht (wie eben überall im Leben).

Kornelia von wurzelinchen schrieb:

Ich habe bei meiner Schwangerschaft weder die Nackenfaltenmessung noch das Organscreening gemacht. Ich hatte statt dem Organscreening einen sehr genauen Ultraschall, bei dem meine Ärztin auch die Organe genau angesehen hat. Ich habe mich bewusst gegen die Nackenfaltenmessung entschieden, denn sie hätte für mich keine Konsequenzen gehabt, egal was herausgekommen wäre. Und nur wegen einer „erhöhten Wahrscheinlichkeit“ wollte ich mir nicht die ganze Schwangerschaft über Sorgen machen. Hätte es bei der Ultraschalluntersuchung Unstimmigkeiten gegeben, hätte ich wohl ein genaueres Screening gemacht, mit der Konsequenz in ein spezielles Krankenhaus zur Entbindung zu gehen (wenn z.B. ein Problem am Herzen, etc. festgestellt worden wäre). Ich stehe diesen Untersuchungen sehr kritisch gegenüber – ja, es ist toll was die heutige Medizin kann, keine Frage. Aber ich glaube auch, dass solche Untersuchungen sehr verunsichern und Frauen vor unglaublich schwere Entscheidungen stellen.

Daniela von welovefamily schrieb in ihrem Artikel Egal ob Bub oder Mädchen, Hauptsache gesund?

Hauptsache, das Baby ist gesund. –  Das wünschen sich doch viele Eltern, oder?

Aber ist es wirklich die Hauptsache? Was ist mit allen Menschen, die nicht gesund zur Welt kommen oder in ihrem Leben erkranken? Vielleicht ist es provokant, aber: Es ist ein egoistischer Wunsch meiner Meinung nach, denn er teilt die Menschen automatisch in „richtig“ und „falsch“, in „normal“ und „behindert“. In „erwünscht“ und „unerwünscht“. In „Glück gehabt“ und „Pech gehabt“. Nicht nur, aber auch aus diesem Grund boomt die Pränataldiagnostik.

Ich bin kein Gegner der Pränataldiagnostik. Ich sehe sie skeptisch. Sie hat ihre Vor- und Nachteile, besonders ethische.

Nun gibt es aber auch viele Mütter die ihr Kind so annehmen möchten wie es ist, egal ob behindert oder nicht, aber dennoch gerne auf alles vorbereitet sein wollen.
Es entscheiden sich also viele Mütter für nicht invasive pränatale Untersuchungen wie die Nackenfaltenmessung und das Organscreening um eventuelle negative Ergebnisse zu erfahren und sich gegebenenfalls auf die Geburt und das Leben mit einem möglicherweise behinderten Kind vorbereiten zu können. So war auch mein Weg damals bei Haylie und so wäre er auch weiterhin, wäre Haylie gesund.
In Haylies speziellen Fall wollte der Gynäkologe einfach mehr Sicherheit durch den Combined Test, denn ein behindertes bzw krankes Kind zu pflegen wäre ja schon Aufgabe genug. Darum machte ich den Test, aber auch weil ich einfach neugierig war.

Lest hier welche Erfahrungen meine Mami-Blogger Kolleginnen machten:

Testen um auf alles vorbereitet zu sein?

Stephanie von 3fach-Jungs Mami schrieb:

Bei meinen ersten beiden Schwangerschaften hatte ich nur die Nackenfaltenmessung machen lassen. Es war mir wichtig. Beim dritten Kind hatte ich eine Risikoschwangerschaft und mir wurde da dann auch zum großen Organscreening geraten. Ich hab’s dann auch gemacht, schließlich wollte ich einfach wissen in alles in Ordnung ist und ich somit in meiner Wunschklinik entbinden kann oder ich doch lieber das weiter entfernte Kinderklinikum in Anspruch nehme. Ich wollte einfach vorbereitet und gut versorgt sein.

Judith von stadtmama schrieb:

Ich habe die Nackenfaltenmessung ausgelassen, das Organscreening aber bei beiden Kindern gemacht. Mein Arzt hat mich nicht gedrängt, mir aber zum Organscreening geraten. Um Bescheid zu wissen, falls etwas auffällig ist. Gezwungen hätte er mich keinesfalls, er meinte, es wäre ihm lieber, wenn ich das nicht auslasse. Beim 3D Ultraschall in der ersten SS hat man eine verstärkte Verkalkung festgestellt und es, ohne mir Panik zu machen, beobachtet und noch einmal geschallt. Zum Thema Nackenfaltenmessung: Eine wirklich auffällige Nackenfalte würde auch bei meinem Gyn am Ultraschall schon auffallen. Ich will gar nicht wissen, wie viele Eltern sich eine Abtreibung aufgrund einer auffälligen Nackenfaltenmessung überlegen. Ich halte diese Untersuchung im Zweifelsfall zwar nicht für Unsinn aber definitiv für belastend.

Anja von Gänseblümchen & Sonnenschein schrieb:

Ich habe sowohl Nackenfaltenmessung als auch Organscreening machen lassen, aber nicht als Sorge. Ich dachte mir einfach, sollte etwas nicht optimal laufen, haben wir Zeit uns auf sie Situation einzustellen oder vorzubereiten. Meine Ärzte waren alle großartig und haben mich gut informiert, ich hatte nicht das Gefühl verrückt gemacht zu werden.

Daniela von die kleine Botin schrieb:

Ich habe alle vorgesehenen Tests gemacht und war aber nicht mit dem Gefühl dort, nach etwaigen „Krankheitsanzeichen“ zu suchen, sondern fand es immer toll, mein Baby zu sehen! Auch in der zweiten Schwangerschaft wurden alle Untersuchungen gemacht, meine Gynäkologin hat auch noch öfter geschallt und mir damit große Freude gemacht. Allerdings finde ich es sehr bedenklich, wenn von Seiten des Arztes gedrängt wird, wenn man Untersuchungen nicht machen lassen möchte.

Meinungen sind also sehr verschieden und das ist auch gut so. In jedem Fall ist Information gut, aber zu viel kann auch wieder nicht so gut sein und sehr verunsichern. Jede Mama muss diese Entscheidung selbst treffen, und am besten ist dabei auf sein Herz und sein eigenes Gefühl zu hören. Dann wird die Entscheidung in jedem Fall die Richtige sein.

Wir ließen wie gesagt den Combined Test machen auf Anraten und Wunsch meines Gynäkologen und die Ergebnisse sind sehr gut! Es gibt kein wirkliches Risiko auf Trisomie 13, 18 oder 21 und somit kann sich mein Gyn. und auch ich entspannen und erstmal davon ausgehen, dass alles perfekt passen wird.

Das Carrier Screening dagegen war wirklich notwendig für mich. Ich musste einfach die Gewissheit haben das mein Partner kein Träger des Tay-Sachs Gens ist. Das war essentiell für mich. Essentiell für eine entspannte Schwangerschaft und eben auch um gegebenenfalls früh genug eine Entscheidung treffen zu können.

Und so hart das klingen mag, und so sehr ich daran glaube, dass jedes Leben lebenswert ist, auch das Leben eines Tay-Sachs Kindes wie Haylie, kann ich nicht sagen ob ich mich im Falle des Falles vielleicht doch gegen diese Schwangerschaft entschieden hätte. Ich weiß nicht wie ich gehandelt hätte. Ich weiß nicht ob und wie ich die Kraft aufbringen hätte sollen ein weiteres Kind an dieser Krankheit langsam sterben zu sehen. Ich weiß es einfach nicht.

Was ich aber nun weiß ist das mein Lebensgefährte Stefan kein Träger des Tay-Sachs Gens ist! Der Bluttest in London deckte zwar nur die gängigsten Mutationen ab, aber auch der Enzymtest war unauffällig und das beruhigt mich/uns schon sehr!

Das bedeutet das egal was jetzt noch kommt unser Kind mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit kein Tay-Sachs haben kann! 100%ig sicher kann man leider ja nie sein, aber das Risiko ist gleich null!

Für uns waren diese Tests also ein Segen, beruhigend, und haben mir geholfen mich mehr über meine Schwangerschaft und mehr auf mein Baby zu freuen! Auf meine kleine Orange  🙂 Weitere Tests werden wir nicht machen lassen, denn die Ängste die wir hatten sind nun aus dem Weg geräumt, somit gibt es keinen Grund mehr für weiterführende Untersuchungen.

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